reflections

gesehen

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Dieser Weblogeintrag (via bov) erinnerte ("arbeitet als photograph im dokumentarbereich") mich daran, dass ich schon l?ngstens einmal auf die seltsam-wunderbaren Arbeiten Peter Pillers verweisen wollte.

Piller sammelt, ordnet und publiziert u. a. Fotos, die uns allen aus der Lokalpresse im Alltagsged?chtnis haften. Z. B.:

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(Bitte unbedingt die gesamte Serie ansehen).

Sch?n auch:

Tanz vor Logo
Auto ber?hren oder etwa
Schie?ende M?dchen

1 Kommentar 12.1.05 09:32, kommentieren

Uncool

"?rsche lomografiern ist uncool."

2 Kommentare 20.11.04 13:53, kommentieren

Lord of the Rings

Da wir uns mit gro?en Schritten der Vorweihnachtszeit n?hern, und, wie zu h?ren ist, bundesdeutsche Kinos die gesamte Trilogie auf die Leinwand bringen wollen, wenn der Deutsche besinnlich wird, hier ein kurzer Nachtrag zum Herrn der Ringe.

Man muss der Visualisierung Peter Jacksons beinahe dankbar sein. Wollte man die Bilder seiner Verfilmung als ideologiekritischen Teufel an die Wand malen, w?rde man allenthalben gescholten, Gespenster zu sehen, die nur durch die einseitige Brille erscheinen. Tats?chlich hat Jackson, wie gejubelt wurde, eine als unverfilmbar geltende literarische Vorlage kongenial inszeniert, indem er den ideologischen Kern des Fantasy-Epos sezierte und ins Bild goss.

Zum Beispiel dieses:



Und hier der Klartext:



Georg See?len ?ber den Fantasy-Boom der letzten Jahre:
www.zeit.de/archiv/2002/52/Mystery

Jan Distelmeyer zum Thema:
www.zeit.de/archiv/2001/51/200151_herr_der_ringe.xml

1 Kommentar 17.9.04 13:27, kommentieren

Nachtrag: Fanzineausstellung

Das empfehlenswerte Beatpunk-Zine resp. dessen Radio-Crew hat den kompletten Vortrag der Ausstellungsmacher Christian und Dominik anl?sslich der Ausstellungser?ffnung am 11. Juni 2004 im Leipziger Conne Island online gestellt. Aufgepeppt mit Musik von Monochrome, X-Ray Spex und Atom & His Package u. v. a. m.

http://www.public-ip.org/beatpunk/5.m3u

www.fanzineausstellung.de.vu

1 Kommentar 8.9.04 10:53, kommentieren

soldiner kiez: "die bronx von berlin". spiegel tv vom 13.06.04
www.spiegel.de/sptv/

unter dem titel "die bronx von berlin" stilisierte gestern abend ein bericht des spiegel tv den kiez, in dem ich seit 1995 lebe, als, so w?rtlich, no go area berlins -- und damit als schlimmsten stadtteil der republik.

das vorweggenommene fazit: ?berall dreck und ausl?nder.

zu wort kamen: ein herr von der senatsverwaltung f?r gesundheit, soziales und verbraucherschutz, der den berliner sozialatlas 2003 vorstellte, einige junge burschen von den "kolonie boys", die als knallharte jugendgang vorgestellt wurden, zwei herren von der kiez streife sowie als besonderer experte f?r soziales und verwahrlosung: ein immobilienmakler.

das im "sozialstrukturatlas berlin 2003" zusammengetragene zahlenwerk ist in der tat alamierend. der ehemalige bezirk wedding, und hier insbesondere der kiez rund um die soldiner stra?e, belegt in beinahe allen kategorien eine traurige spitzenreiterposition.

das mittlere prokopfeinkommen liegt im wedding bei 725 euro (rang 2 von 23 in berlin), das mittlere haushaltsnettoeinkommen bei 1.300 euro (rang 3). 16,86 prozent der weddinger bev?lkerung leben von einem einkommen unter 500 euro (rang 23), 25,67 prozent sind arbeitslos (rang 22; soldiner stra?e: 18,36 %), 16,94 prozent beziehen sozialhilfe (rang 22; soldiner stra?e; 20,16 %) und 15,82 prozent leben von einer pension bzw. rente (rang 3).

erhellend ist ein blick auf die bev?lkerungsstruktur: 18,4 prozent der bev?lkerung im wedding haben keinen g?ltigen pass der europ?ischen union, sind also das, was man landl?ufig "ausl?nder" nennt (rang 23; 33,24 prozent in der soldiner stra?e), der anteil von personen unter 18 jahren liegt bei 19,16 prozent (rang 21), zwischen 18 und 35 jahre alt sind 26,94 prozent (rang 18; soldiner stra?e: 27,07 %), und insgesamt hat der wedding im berliner vergleich eine der geringsten bev?lkerungsanteile in der altersgruppe zwischen 35 und 65 jahren (rang 3).

die lebenserwartung liegt bei durchschnittlichen 75,73 jahren (rang 3), so dass der wedding auch in der vorzeitigen sterblichkeit mit rang 22 einen der traurigsten werte verzeichnet.

anmerkung: die r?nge bezeichnen den jeweils niedrigsten (rang 1) und h?chsten wert (rang 23) im berliner vergleich. wo keine vergleichszahlen f?r die soldiner stra?e genannt sind, verzeichnet der sozialstrukturatlas auch keine.

in diese lage wagte sich die reporterin von spiegel tv samt kamerateam. die kiezpolizisten (selbst sozialhilfeempf?nger) pappten nummern auf m?llberge, damit die kosten f?r die beseitigung nicht, w?rtlich, auf der allgemeinheit h?ngen bleiben. der kommentator berichtete von organisierter (ausl?nder)kriminalit?t, die jungm?nner wurden wechselnd beim freestyle rap, im improvisierten kraftraum und wieder beim freestyle gefilmt, und der makler schlie?lich durfte lang und breit die verwahrlosung des wohnraums beklagen. ihm gelang die hellsichtige bemerkung, dass wohnraum, der von personen mit bundesdeutschem pass bewohnt werde, in meist schlechterem zustand sei. allerdings nicht ohne nachzutreten, die ausl?nder w?rden ihren m?ll eben drei hauseing?nge weiter entsorgen.

die jugend hier sei eine "verlorene generation", wusste der kommentator, und ?berh?rte geflissentlich seine eigenen o-t?ne, denn zwei von drei interviewten "kolonie boys" gaben zu protokoll, sie wollten alsbald raus aus diesem "drecksloch", einer bemerkte, dass er gerade sein abi mache, um dieses ziel zu erreichen.

die rollen also waren klar vetreilt: "die" ausl?nder wurden in einer gemengelage zwischen folklore, jungenhaftem machotum, kriminalit?t und m?ll vorgestellt. deutsche hingegen durften den mahner geben, den besorgnis- und bedenkentr?ger, wiewohl sie doch immerhin noch rund zwei drittel der bev?lkerung stellen.

kein wort davon, dass der gr??te polizeieinsatz der letzten jahre den in der provinzstra?e beheimateten rockern von den bandidos galt und nicht irgendwelchen ausl?ndischen mafiabanden. auch kein wort davon, dass armutssolidarit?t im soldiner kiez sich etwa in ungeheurem langmut mit betrunkener kundschaft ?u?ert, die sich wiederum dadurch revanchiert, dass der spielplatz zwischen drontheimer und koloniestra?e, wo man sich in lauen sommern?chten bevorzugt die kante gibt, morgens penibel ges?ubert ist.

?berhaupt: die polizeistatistiken m?gen anderes nahelegen, nicht imstande sind sie allerdings, die soziale atmosph?re abzubilden. rohheit, meinethalben, schroffheit, ja. aber in all den jahren habe ich nicht eine einzige grundlose beleidigung geh?rt, habe ich mich nie in irgend einer form bedroht gef?hlt. die schie?erei im puff gegen?ber hat mit dir nichts zu tun, wenn du nichts damit zu tun hast, das ist das ganze geheimnis. und das ist durchaus anders als in den meisten anderen bezirken berlins.

34 Kommentare 14.6.04 14:17, kommentieren



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