Missratene Söhne
Nach dem Prince Harry Incident wurde allerorten EUweit der Ruf nach dem Verbot nazistischer Symbole laut. Logisch, dass die Nachkommen jener Männer (und Frauen), die den SS-Standartenführer und Befehlshaber des "Einsatzkommando 3", Karl Jäger, und seinesgleichen tatkräftig dabei unterstützten, "Litauen judenfrei zu machen", nicht hintanstehen möchten:
"Wenn die EU den Gebrauch von Nazi-Symbolen einschränke, müsse auch ein Verbot von Erkennungszeichen aus der Sowjet-Ära erwogen werden, forderten das frühere litauische Staatsoberhaupt Vytautas Landsbergis und sein konservativer Parteifreund Jószef Szájer aus Ungarn am Montag in Brüssel."
(Quelle: Märkische Oderzeitung, 03.02.05)
Nächstenliebe
20. Oktober 1946: Das St. Officium in einem Brief an den Nuntius in Paris, Angelo Giuseppe Roncalli (der spätere Papst Johannes XXIII), über jüdische Kinder, die vor dem Nazi-Terror in die Obhut der katholischen Kirche geflohen waren:
"Those children who have been baptized cannot be entrusted to institutions that are unable to ensure a Christian education.
Regarding those children who no longer have parents and for whom the Church has been responsible, it is not advisable that they be abandoned by the Church itself or entrusted to persons who have no rights whatsoever over them – unless they are able to take responsibility over themselves. This obviously applies to children who have not been baptized.
If the children have been entrusted [to the Church] by their parents, and if the parents now claim them back, they can be returned, provided the children themselves have not been baptized. It should be noted that this decision of the Congregation of the Holy Office has been approved by the Holy Father."
(Quelle: Jerusalem Post, 29.12.04 -- kostenpflichtig --. Via Ratzingerfanclub.com)
Mehr Informationen:
Corriere della Sera, 28.12.04
Guardian, 29.12.04
The Detroit News, 01.01.05
Der Tagesspiegel, 06.01.05
Nostalghia
"
Auch ins Sachen Portionierung liegen der Franke und ich auf einer Wellenlänge. Kurzeitig hatte ich Angst an den fränkischen Rationen zu scheitern. Aber ein Schluck von diesem ausgezeichneten naturtrüben Kellerbier hat die Sache geregelt. Rauchbier, eigentlich die Bamberger-Spezialität, schmeckt dagegen wie Kinderpisse."
(
Die ganze Geschichte beim Nutzlosen Wissen)
Edit: Das Bamberger Rauchbier heißt übrigens
Schlenkerla oder, drei Dörfer weiter Richtung Nordwesten,
Schlenggerle.
Problem. Fan
Der DFB und die Deutsche Bundesliga (DFL) haben eine Studie durchführen lassen, um den "Top-Clubs" zu helfen,
"rassistisches und anderes diskriminierendes Material auf den Fan-Websites zu identifizieren. Gesucht wurde nach rassistischen und anti-semitischen Inhalten sowie nach Feindseligkeiten gegenüber Ausländern. Nach Gewalt-verherrlichendem und sexistischem Content wurde ebenfalls geforscht."
(Quelle: Pressetext.at)
Schön und gut, fragt man sich, abgesehen von der seltsamen Formulierung von den "Top-Clubs", was soll das ganze bringen? Wenn es sich um "Fan-Webpages" handelt, dann eben doch um private Homepages.
Zunächst jedoch die Ergebnisse:
"Zwischen März und September 2003 wurden 339 Fan-Seiten von 63 Klubs untersucht. Bei 37 Prozent der Sites wurden laut Studie latent rassistische Inhalte entdeckt. 26 Prozent würden latent Gewalt verherrlichen. "
Wenig überraschend, allerdings wüsste man doch gerne, was die Verfasser mit dem Begriff der Latenz fassen. Gemeint ist diese Studie des Instituts für Sportwissenschaft an der Uni Hannover, deren Ergebnisse bisher nicht publiziert wurden (demnächst vielleicht mehr).
Überraschend hingegen, welche Schlüsse die Verfasser aus der Studie ziehen:
"Als größtes Problem erachten die Verfasser der Studie unkontrollierte Foren und Guestbooks. Für die Klubs sei es nicht wünschenswert, dass sich ihre Fans im Internet in gewalttätiger oder rechtsextremer Manier präsentieren. "
Die Stichworte sind: Kontrolle und Image. Solange die verantwortlichen Funktionäre und ihre Zuarbeiter das Problem als ein werbewirtschaftliches begreifen, wird man es bestenfalls in die unteren Ligen verdrängen.
Notgeil
Via Alles außer Sport
J. B. Kerner im Interview mit der Berliner Zeitung (4.12.04):
"[Frage] Arbeitssüchtig sind Sie nicht?
[JBK] Ich spüre, dass ich Phasen der Reproduktion brauche"