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In the Court of the Crimson King


Quelle: FAZ.net


Er trug das kaiserliche Purpur der Schwergewicht-Boxer und er war ein tyrannischer Herrscher: 57 K?mpfe trug Mike Tyson in seiner Profikarriere aus, 50 gewann er, davon 40 durch K. O.

Am 22. November 1986 erstritt er sich die Meisterschaft des World Boxing Council. Tyson war 19 Jare alt, der j?ngste Weltmeister der Boxgeschichte.

Tyson war gef?rchtet. Nicht nur im Ring. Drei Jahre Haft, weil er eine Sch?nheitsk?nigin vergewaltigte.

Am 9. November 1996 unterlag er im Titelkampf der World Boxing Association Evander Holyfield durch technischen Knock Out.

Den R?ckkampf am 28. Juni 1997 musste er gewinnen. Unbedingt. Doch das war eine Illussion, und als Tyson merkte, dass er unterliegen w?rde, biss er zu. Zweimal ins Ohr seines Gegners. Der Mann, der zehn Meisterschaftsk?mpfe erfolgreich geboxt hatte, wurde disqualifiziert und entging so der Schmach, erneut den Kampf sportlich zu verlieren.

Vorgestern Abend verlor Tyson den Kampf gegen einen NoName. Der 31j?hrige Brite Danny Williams schickte ihn in der vierten Runde auf die Bretter. Karriereende durch K. O.

Der K?nig ist tot! Es lebe der K?nig!

1 Kommentar 1.8.04 11:04, kommentieren

Timesbold: Eye Eye. Glitterhouse Records 2004

Eigentlich wollte ich mit einigen klugen Bemerkungen zum Verh?ltnis zwischen Genius (im vorliegenden Fall: Will Oldham) und seinen Epigonen ?ffnen, das ja nicht zwangsl?ufig so schlecht sein muss wie die Vokabel es nahe legt. Doch er?brigt sich das mit einer Frage: Wie kann man so sch?ne Musik einspielen und doch so wenig zu sagen haben?

Sieht man davon ab, dass S?nger Jason Merrit klingt als habe er sich die Stimmb?nder des Bonnie Prince Billy gestohlen (daf?r kann der Mann ja nichts), haben timesbold mit eye eye ein wundersch?nes Album vorgelegt.

?rgerlich wird es, wenn man wissen m?chte, was hier in ein so h?bsches Gewand gekleidet wird. Da biedern sich Timesbold mit politischen Plattituden an den linken Mainstream an. Vom obligatorischen Anti-Kriegssong zum biedersten (?kologisch korrekten) Antikapitalismus ? la Attac schaffen Timesbold locker die ganze Palette, g?nzlich humorfrei und unangekr?nkelt von jeglichem Zweifel:

we will wear the weight of of every wicked war we wage
Vengenance Day


oder

for if fresh air were a thing that money could buy the rich would live and the poor would rise and riot
Call to Arms


Mit solch pathetischen Weisheiten k?nnte man locker das Abendprogarmm von Parteitagen der PDS wie NPD bestreiten.

Auch was nur poetisch sein soll, kommt einerseits in verquaster Metaphorik daher, die andrerseits nur wenig erfolgreich den recht simpel gestrickten Gef?hlshaushalt ihres Urhebers verkleistert:

i hear every year there\'s a spring time
make me one with the birds and the bees
please

All Blues


Gro?spurig vom Label Glitterhouse Records als "gro?, magisch, subtil" angepriesen, gar am "Thron von Will Oldham" kratzend, erweist sich eye eye als die unfreiwillige Neuvertonung von Des Kaisers neuen Kleidern.

1 Kommentar 23.8.04 10:06, kommentieren

BFC Dynamo vs. Tennis Borussia Berlin 2:0

Fest hatte ich damit gerechnet, eine gegnerische Mannschaft zu sehen, die angesichts des Favoriten im Hohensch?nhausener Sportforum mauert, um irgendwie zu eigenen Chancen zu gelangen.

Tats?chlich lieferten die Weinroten eine kompakte Mannschaftsleistung, mit deren aggressivem Forchecking die Veilchen zu keinem Zeitpunkt zurechtkamen. Das war ersch?tternd anzusehen, wie Mittelfeld und Verteidigung als Kinderhort erschienen, durch den ein ums andere Mal der Erzieher spaziert, um ein sportp?dagogisches Vorbild zu geben. Allein ein gl?nzend aufgelegter Timo Hampf verhinderte Schlimmeres.

Auch offensiv boten die Veilchen wenig: Viel zu oft wurde der Ball quergeschoben, viel zu oft kam der Pass gar nicht oder zu sp?t, viel zu oft ging es ab durch die Mitte.

Ein Lattentreffer durch den ansonsten farblosen Turgut in der zehnten Minute, in der 42ten scheiterte Fu? allein vor Torwart Thomaschewski, soweit die Bilanz.

Die zweite Halbzeit insgesamt etwas besser, aber immer noch ohne spielerische Mittel gegen einen BFC, der es sich versagte, auf den Lorbeeren auszuruhen.

Bereits die ersten Spiele der Saison gewannen die Lila-wei?en gl?cklich: Das 3:0 vs Lichtenberg 47 am 8. August sowie der Ausw?rtssieg in Neuruppin am 14. des Monats fielen h?her aus als verdient.

Schon hier war abzusehen, dass die Defensive weit davon entfernt ist, eingespielt zu sein, war zu erkennen, dass der Abgang von Sven Meyer eine gr??ere L?cke rei?t als vermutet.

Bleibt zu hoffen, dass noch kommt, was (momentan) nicht ist, und der durchaus prominent besetzte Kader zu einer Form findet, die dem Klang der Namen gerecht wird.

Nach der dritten Halbzeit zwischen Babelsbergern und BFCern in der Vorwoche wurde im Vorfeld der Auseinandersetzung kr?ftig getuschelt. Trauriges Ergebnis: Weniger als 100 Borussen wollten das Spiel sehen. Es blieb ruhig, der Support war erstaunlich gut.

Unsch?n: Dass die G?stefans sich ausgiebig von Glatzen in Ordnerw?rden filmen lassen mussten, lieferte berechtigten Anlass zu Spekulationen ?ber die Verwendung des Filmmaterials.

Gastfreundschaft ist in jedem Fall etwas anderes.

Nachgereicht: Stadionfest 8. August 2004







1 Kommentar 23.8.04 11:53, kommentieren

Institut Ambrosius Steyn

Eine Perle im Imperium redlicher Heimseiten ist das Institut Ambrosius Steyn zu Bad Oeynhausen.

Hier verf?hrt der Lehrk?per nach dem Leitsatz:

" Die Jugend von heute muss endlich wieder die starke Hand eines souver?nen Erziehers sp?ren! Die lange Leine muss gekappt werden!"

Neben den klassischen F?chern stehen Morallehre, Kochen, Wehrkunde und selbstverst?ndlich jede Menge Religion auf dem Lehrplan. Recht so!

Leider wurde das Institut von den Eltern gezwungen, Englisch wieder auf den Lehrplan zu setzen, obwohl "unsere Kinder geradezu "mit englischen Vokablen bombadiert werden. Hierzu erkl?rt OStR Fielp?tz:

"Eigentlich wollten wir diese minderwertige Sprache vom Lehrplan streichen. Leider haben uns einige Eltern gen?tigt, den Unterricht fortzusetzen. Skandal: Deswegen mussten Hebr?isch und der Lekt?rekurs Altes Testament gestrichen werden! "

Gut gefallen hat mir der Eignungstest. W?re ich jung genug, lie?e man mich an die Lehranstalt. Schade eigentlich, ein wenig Zucht und Ordnung t?ten mir auch ganz gut!

3 Kommentare 29.8.04 18:27, kommentieren

www.pickelfrei.de

Autor und Inhaber von www.pickelfrei.de Wolfgang Smidt tat gut daran, die Seite nicht, wie urspr?nglich vorgesehen, mit eigen fabrizierten Aktzeichnungen voll zu stopfen1, sondern hier eine Geschichte ?ber den "guten Wolfi" und den "b?sen Wolfi" zu erz?hlen.

Das besondere daran ist der in eigener Sache dokumentarische Charakter des Stoffes, der, sp?rlich kommentiert, seine kafkaeske Substanz so erst richtig entfalten kann. Vordergr?ndig geht es um eine Straftat, Sex und eine l?ngst verblasste Liebe, die Jahre sp?ter seltsame Bl?ten treibt.

Wir lesen eine Geschichte ?ber Moral und Anstand sowie ihre beh?rdliche Anwendung.

Wir lesen eine Geschichte, die mich sehr vergn?gt zur?cklie?.
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1 Wenn ich auch goutieren muss, dass pickelfrei.de ein vorz?glicher Name f?r eine Seite mit Nackedeibildchen ist.

1 Kommentar 30.8.04 09:20, kommentieren



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